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Überbelastung der mikrobiologischen

Die Überlastung mikrobiologischer Lebensräume durch Störungen ihres biologischen Gleichgewichts.

Bestehend aus unvorstellbar vielen Mikroorganismen und Bakterien, bilden Boden, Wasser und auch Abwasser jeweils eigene Lebensräume, in denen - ähnlich wie in der menschlichen Gesellschaft - verschiedene Gattungen für die Ausführung unterschiedlicher Aufgaben verantwortlich sind. Was die sehr einfachen Lebensformen dagegen eindeutig vom hoch entwickelten Menschen unterscheidet, ist die Tatsache, dass diese sich neuen Situationen nur sehr langsam und auch nur in einem eng abgesteckten Rahmen anpassen können, weil ihnen die Fähigkeit der Entwicklung von Hilfsmitteln fehlt. So können Mikroorganismen, die mit der Zersetzung und dem Abbau von organischer Substanz betraut sind, auf einen leichten Anstieg der abzubauenden Masse durchaus mit einer geringfügigen Steigerung ihrer Population reagieren; drastischen Veränderungen ihres Umfeldes sind sie dagegen machtlos ausgeliefert. Die Folge ist eine restlose Überlastung des Lebensraumes, der sich zunächst in einer Stagnation der Arbeits- und Fortpflanzungsintensität äußert, und wenig später in der „Arbeitsniederlegung“ der Mikroorganismen seinen Höhepunkt findet - in Fachkreisen spricht man dann vom „Umkippen eines Lebensraumes“.

Neben einer Überlastung durch organische Substanzen können auch ein Mangel dieser Bestandteile oder die Zuleitung toxischer Stoffe (z.B. widerrechtlich ins Abwasser abgeleitete Öle oder Giftstoffe) auslösendes Element einer Störung des biologischen Gleichgewichts sein.

Im Vergleich zur Ausgewogenheit, in der sich die betreffenden Lebensräume normalerweise dem natürlichen Wahrnehmungsvermögen der menschlicher Sinnesorgane entziehen, kommt es bei Überlastungen jedoch zu merklichen Veränderungen in der Umwelt des Menschen. Im Bodenbereich äußert sich dies durch Wachstumsveränderungen und/oder Störungen der Vegetation, während es sich im Abwasserbereich durch massive Geruchsemissionen (Übelgeruch), die bereits im Abwasserkanalnetz entstehen oder in der Kanalisation durch Kanaldeckel nach außen dringen, bemerkbar machen. In Kläranlagen kommt es zu auftreibendem Schlamm, der Bildung von Fadenbakterien, Blähschlamm oder Schwimmschlamm.